Gottes Neue Offenbarungen

Die Haushaltung Gottes
Band 2

Aufstieg und geistige Blüte des ersten Weltreiches Hanoch

- Kapitel 254 -

Das Mißtrauen der armen Gäste gegen Lamech. Des Herrn guter Rat und Lamechs Bruderrede an die armen Gäste

15.2.1843
Als aber alle sich hinreichend gesättigt hatten, da erhoben sie sich von ihren Plätzen und dankten dem Herrn für das herrliche und gar köstlich schmeckende Mahl.
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Desgleichen taten alle die Geladenen, welche da waren zum Teil arm und zum Teil als ehedem Gefangene.
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Alle diese Gäste dankten auch dem Gotte Faraks; denn sie wußten es nicht, daß der heilige Geber in ihrer Mitte Sich befand.
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Als sie dem Gotte Faraks ihren inneren Dank dargebracht hatten, dann erst ging ein jeder hin zum Lamech, legte seine Hände kreuzweise über die Brust und brachte somit auch ihm den Dank für solche seine große Güte.
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Der Lamech aber wandte sich alsbald zu den Dankenden und wies solches von sich ab und deutete den armen Gästen mit seinen Blicken, daß sie dem armen Manne danken sollten, und sagte, so etwas verstohlen, zu solcher gutmütigen Deutung hinzu: ,,Nicht ich, sondern Dieser ist der wahre Geber aller solcher und noch zahllos anderer guten Gaben!"
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Die armen Gäste aber sahen sich untereinander groß an und fragten sich heimlich untereinander, ganz verdutzt: ,,Was will denn der erhabene König Lamech dadurch anzeigen? Dem Armen sollen wir danken, der doch selber gleich uns nichts hat?! - Der König war von jeher der sonderbarsten Launen voll, und so ist das sicher auch wieder eine solche Laune von ihm! Wer weiß, ob er uns alle heute nicht noch sieden und braten läßt! Sehen wir daher nur zu, sobald als nur immer möglich aus seiner zu gefährlichen Nähe zu kommen!"
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Da aber der Lamech solch ein Gewispel vernahm, ergriff er alsbald die Hand eines solchen Mißtrauischen und fragte ihn nach seiner alten Gewohnheit etwas barsch: ,,Bedauernswerter Freund, warum denkst du denn noch Arges von mir?"
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Diese Frage versetzte den Gefragten in eine solche Angst, daß er darob beinahe ganz besinnungslos vor dem Lamech auf den Boden niederfiel.
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Solches aber entsetzte auch den Lamech so sehr, daß er sich nicht zu helfen wußte; er eilte daher zum Vater hin und zeigte ihm solches an.
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Der Vater aber sagte zum Lamech: ,,Siehe, also mußt du fürder nicht ohne Mich ausgehen, willst du der Welt nützen!
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Siehe, dieses Volk weiß es noch nicht, daß du nun nicht mehr ein König, sondern um ein leitender Oberpriester dem Volke durch Mich und aus Mir geworden bist; darum traut dir das Volk auch noch nicht, da es in dir noch den fürchterlichen Tyrannen vor sich erblickt.
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Daher besteige nun den Thron, und erkläre dem Volke in Meinem Namen, was du nun bist, und was du mit dem Volke vorhast, und es wird dann alles in die gute Ordnung sich begeben! Also gehe hin, und tue mit wenigen Worten, was Ich dir geraten habe!"
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Der Lamech aber fragte den Vater, ob es sich wohl tun werde lassen, zu besteigen den Thron, indem doch früher der heiligste Name auf demselben geruht hatte.
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Der Vater aber sprach zum Lamech: ,,Wie bist du denn nun gar so dumm geworden?! Siehe, mit Mir magst du reden, und den Thron fürchtest du darum schon, weil Mein Name eine Zeit hindurch auf demselben, von dir selbst gezeichnet, ruhte?! Sage Mir, was ist denn mehr: Ich oder Mein Name?!
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Willst du aber schon auf dem Throne aus lauter Ehrfurcht vor Meinem Namen nicht stehen und vom selben deine Bestimmung von Mir ausgehend und angeordnet verkünden, so steige denn auf diesen Stuhl, und verkündige dasselbe; denn Ich will dir keinen Zwang antun!"
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Solches ließ sich der Lamech nicht zweimal sagen, bestieg alsbald den Stuhl und predigte vom selben dem Volke und zeigte ihm liebefreundlichst, was alles mit ihm vorgegangen sei, und was er nun vor ihnen geworden sei, und was er denn nun auch unveränderlich fortan bleiben werde.
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Als das arme Volk solches vernommen hatte, da fing es plötzlich an zu jubeln, und jede Zunge lobte und pries den Gott Faraks.
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Als aber der Lamech wieder von seinem Stuhle abtrat, da machte ihn der Vater aufmerksam, daß er auf dem Stuhle nun gestanden sei, auf welchem Er als der heilige, allmächtige Gott Selbst gesessen sei.
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Da fiel der Lamech vor Ihm nieder und bat Ihn um Vergebung.
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Der Vater aber hob ihn auf und sagte zu ihm: ,,Mein geliebter Lamech! Nicht darum habe Ich dir solches angezeigt, als hätte Ich dir damit anzeigen wollen, du hättest dich vor Mir versündigt, sondern darum nur, daß du zu solchen Lehrzwecken deinen Thron dessenungeachtet benützen kannst, wenn auch zuvor die Tafel darauf gelegen ist.
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Ich sage dir: Nur auf das Herz ist Mein Auge gerichtet! Alles andere hat vor Mir keinen Wert; denn Ich bin die Liebe Selbst und will daher nichts als nur die Liebe.
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Nun aber gehe auf den Thron, und mache Mich durch eine gute Rede diesem Volke bekannt, auf daß es nicht mehr wispele über Mich und rate, sondern vollends erfahre, wen es in seiner Mitte hat! Amen."

Fußnoten