Gottes Neue Offenbarungen

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 So, 28. Apr 2013 um 17:29 MESZ von Gotthilf Brausewind

Geistige Realität & "Vatermedien"

Es würde wohl zu weit führen, den Faktor der Selbstsuggestion bei medialen Menschen sowie gewisse psychisch-astrale Wechselwirkungen des Jenseitsverkehrs darzulegen. Hierzu sind eingehende Studien erforderlich. Derartige Menschen gibt es nämlich Dutzende, ja es hat schon Hunderte gegeben, die sich als von "Jesus-Vater" oder gar von Gott selbst auserwählt dünkten (daher der Ausdruck "Vater-Medien"). Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, wenn solchermassen gutgläubige und gutmeinende Menschen ihre ganze Kraft, ihre Zeit und ihr Vermögen opfern, um ihrer vermeintlichen Auserwähltheit gerecht zu werden. KAHIR, der in diesen Dingen gut Bescheid wusste, schrieb (in Mensch und Schicksal, Jahrg. 1951, S. 15) u. a., dass leider viele Medien den Ursprung von dem, was sie empfangen, höher ansetzen, "als dies tatsächlich der Fall ist. Daher die vielen 'Vatermedien', wo nur der eigene Wunsch der Vater des Gedankens ist. Wenn wir bedenken, wieviel Eigenseelisches sich ... einzuschalten vermag, dann sollten wir begreifen, dass Kritiklosigkeit hier nicht am Platze ist."
Ein Jenseitiger nun, der sich als JESUS ausgibt, muss dennoch nicht in jedem Falle ein Dämon sein. Dies ist nur selten der Fall; aber wenn ein geistiger Helfer sieht, daß durch das Medium der diese Belehrungen erhaltende Kreis einer gewissen Lehre, eines Tadels, eines trostreichen Wortes bedarf erfüllt dieser das Bedürfnis, da er will, daß es befriedigt werde. Wer von Jesus Dienern dann das Wort ausspricht, das er gesprochen haben will, ist Nebensache; es ist doch der Meister, der gesprochen. Ihr sagt ja doch auch, das Gebäude wurde von jenem Bauherrn erbaut, wenn er auch nicht einen Stein mit eigener Hand niedergelegt hat. Ihr könnt doch nicht sagen, der Maurer habe das Haus gebaut?"
So betrachtet, erfüllen auch die vielen Vatermedien einen spirituell positiven Zweck, indem sie das Denken ihrer Anhänger gottbezogen ausrichten und dazu veranlassen, ihr Leben entsprechend zu gestalten. Was wäre daran verwerflich?
In puncto Katastrophen-Prophezeiungen wäre allerdings Zurückhaltung anzuraten. Das Schüren von Weltuntergangsängsten ist bislang noch immer "ins Auge" gegangen. Dass als Folge menschlichen Fehlverhaltens Schlimmes auf uns zukommt, dazu braucht man kein Hellseher zu sein. Und dass wir uns in einer Periode wendezeitlichen Charakters befinden, ist ebenfalls deutlich erkennbar.
Mit der zu erwartenden Blamage nicht eingetroffener Prophezeiungen fügt Dudde dem, wofür sie eigentlich eintritt, unnötigen Schaden zu; denn für die skrupellose Journaille sind solche Dinge ein gefundenes Fressen, um alles lächerlich zu machen, was über den eigenen Horizont geht.
Bei aller Hochachtung vor der Ernsthaftigkeit und dem tiefen Gottglauben der Gläubigen scheint es sowohl dem Medium selbst wie auch ihren Anhängern an den erforderlichen Grundkenntnissen auf mystisch-religiösem Gebiet zu mangeln. Zweifellos gibt es so etwas wie eine "religiöse Realität", aber eben nicht bloss Licht, sondern auch Schatten.
Zudem steht geschrieben (Lukas 21, 8): "Viele werden kommen in meinem Namen und sagen, ich sei es und: 'Die Zeit ist herbeigekommen'. Folget ihnen nicht nach!" - Im übrigen aber sollte hier wie auch anderswo der Leitsatz Matth. 7, 16 gelten: "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen". - In dieser Hinsicht haben auch die Dudde-Anhänger wohl kaum allzu negatives zu befürchten.
 Do, 2. Mai 2013 um 10:27 MESZ von Frieda

Re: Geistige Realität & "Vatermedien"

Ich bin beeindruckt von der sachlichen, feinen Unterscheidung und differenzierten Betrachtungsweise zum Thema, die auch in den beiden anderen Antworten auf die Dudde-Zitate des Weinbergsarbeiters der Erste zum Ausdruck kommen. Es ist spürbar, dass du den Menschen hinter den Zitaten "siehst", und das gefällt mir.

Ich wünschte mir, dass die freundliche Seele einen Weg findet aus ihrer gewiss begrenzenden, einengenden Not und sich künftig als lebendiger Mensch persönlich einbringt, was ja nicht unbedingt ausschliesst, dass sie nebst dem Persönlichen auch auf Dudde-Zitate zurückgreifen kann, um ihre Haltung auf den Punkt zu bringen.

Im übrigen fällt mir insbesondere bei dem BD-Zitat über die Quelle einmal mehr auf, dass bei "richtiger" Deutung der "Quelle" in den langatmigen Wiederholungen durchaus Wahres steckt. Wenn JESUS zu Frau Dudde von der Quelle spricht, dann ist darunter zweifelsfrei der Brunnen Jakobs zu verstehen und selbstverständlich jene Quelle, die SEINE Lehre und Sein Leben als Vorbild am getreuesten wiedergibt, und das wird doch wohl die Bibel sein.

Wenn BD-Leser die Bibel nicht verstehen oder nicht zu verstehen meinen, so heisst das noch lange nicht, dass es darin nichts zu entdecken gäbe, sondern es deutet bloss auf Unverständigkeit und geistige Blindheit hin: "...jede Offenbarung wurde für euch wie die Worte in einem versiegelten Buch: Wenn man es einem Menschen gibt, der lesen kann, und zu ihm sagt: 'Lies es mir vor!', dann antwortet er: 'Ich kann es nicht lesen, denn es ist versiegelt.' - Und wenn man das Buch einem Mann gibt, der nicht lesen kann, und zu ihm sagt: 'Lies es mir vor!', dann antwortet er: 'Ich kann nicht lesen.' (Jesaja 29,11 + 12)

Wer aber dennoch aus der Quelle trinkt, von der JESUS in den BD-Zitaten wirklich spricht, für den trifft denn auch zu: "Nur noch kurze Zeit, dann verwandelt sich der Libanon in einen Garten und der Garten wird zu einem Wald.
An jenem Tag hören alle, die taub sind, sogar Worte, die nur geschrieben sind, und die Augen der Blinden sehen selbst im Dunkeln und Finstern." (Jesaja 29,17 + 18)
Also, liebe Seele hinter dem Weinbergsarbeiter, du bist willkommen als lebendiger Mensch unter Menschen, wenn du uns bloss nicht mehr leblos diese stummen Dudde-Zitate ins Gesicht hältst, wie früher die abergläubigen Pfaffen das Kruzifix gegen die vermeintlichen Ketzer. ;-)
Oder was meint Gotthilf Brausewind zu meinem Vorschlag? Könnte das ein Weg der Mitte sein, wo wir alle gemeinsam nebeneinander Platz finden?
 Do, 2. Mai 2013 um 23:55 MESZ von Gotthilf Brausewind

Re: Geistige Realität & "Vatermedien"



Hallo Frieda!
Da bin ich ganz Deiner Meinung, Jeder ist willkommen der mehr lernender wie Lehrer sein will. Geistige Lebendigkeit ermöglicht fruchtbaren kommunikativen Austausch und verständiges Bibel - Offenbarungswerk lesen über den toten Buchstaben hinaus. Damit entstehen neue Einsichten in Glaubensdingen, geboren aus göttlicher Freude Freude und Toleranz anstatt oftmals verbiesterter Rechthaberei nebst Verdammnisandrohung wie sie früher (manchmal auch heute) nicht nur die recht abergläubigen Pfaffen vom Stapel ließen.
Ich finde dass Du hier im Forum als kundige Hauptschreiberin am rechten Platz bist und schätze Deine lichtvolle Präsenz.
 So, 5. Mai 2013 um 14:01 MESZ von Frieda

Re: Geistige Realität & "Vatermedien"

Eigentlich möchte ich gerne ein Forumsmitglied sein unter vielen. Im Zentrum sollte das Lesen von Texten stehen, die aus der Quelle JESUS (Jakobsbrunnen und Bibel) stammen, denn ein Hauptschreiber wie ich hier einer geworden bin, steht in Gefahr, sich für wichtig zu nehmen. :-(