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Vom Leben des Baumes
von Christian Müller E-Mail Beitrag bearbeiten   Wed, 6 Oct 10 um 19:40 CEST
(Zuletzt bearbeitet am Wednesday, 6. October 2010 um 21:11 CEST)

Hier ein Zitat, auch wenn ich mich letztens nicht gerade für Zitate ausgesprochen habe, aber das finde ich so gehaltvoll und richtungsweisend, das ich es jedem Interessierten weitergeben möchte. Es stammt aus dem ersten Band von "Himmelsgaben" und handelt vom Leben des Baumes und beschreibt auch die Entstehung der menschlichen Seele.

"Denn seht, ein jeder Baum steht auf seinem Fleck und breitet da eine große Anzahl großer Wurzeln und besonders auch kleiner, sogenannter Haarwurzeln in das lockere Erdreich, auf welchem er sich befindet. Einem jeden solchen Baume nun aber ist eine vegetative Seele gegeben, oder wie ihr es leichter versteht: es wohnt einem jeden Baume ein stummer Geist inne.
Dieser Geist besitzt eine ganz einfache Intelligenz. Mittelst dieses von Mir ihm verliehenen Vermögens erkennt er in der Erde die ihm zusagenden Nahrungsteile, erschafft sich nach Meinem Willen an den Wurzeln, da er vorzüglich wohnt, viele tausend Arme, mit welchen er unter der lockeren Erde die Säfte aufgreift und treibt und führt sie durch die von ihm gestalteten Röhrchen und Kanäle bis in den höchsten Gipfel und in alle Zweiglein des Baumes.
Jedoch die Säfte, wie er sie unter der Erde für seine Beschaffenheit für ihm tauglich erkennt, sondert er erst in den Zweigen in die verschiedenen Teile ab. Die gröberen werden abgesetzt in den Stamm, und selbst davon werden noch die unreineren über die Sphäre des Stammes getrieben und bilden da die Rinde oder gleichsam die Haut oder das Kleid des Baumes.
Die feineren Säfte werden benützt zu der Bildung der Äste. Denn sehet, allwo immer ein Ast aus dem Stamme eines Baumes gewachsen ist, eben an dieser Stelle werdet ihr diesen Ast fast noch bis in das Zentrum des Stammes in einer viel feineren und kompakteren Masse eingedrungen erblicken. Daß dieses so geschieht, rührt von der einfachen Intelligenz des Baumgeistes her, der da die Fasern und Röhrchen des Astholzes ums zehnfache feiner macht als die des Hauptstammes. Durch diese feineren Organe können demnach auch nur viel feinere Säfte durchgetrieben werden, welche schon um ebenso vieles substantieller sind.
Wenn ihr nun diese Äste betrachtet, so werdet ihr von den Ästen selbst noch eine bei weitem größere Menge von Zweiglein hinausragen sehen. Allda geschieht dasselbe von den Ästen aus in die Zweiglein wie vom Stamm in die Äste. Und so ist der Saft in den Zweiglein wieder um mehr noch als das Zehnfache feiner und substantieller und somit auch kräftiger, als der vom Stamm in die Äste.
Von den Zweigen erst werden an vielen tausend Stellen in guter Ordnung eine Menge allerkleinster Röhrchen offengelassen. Durch diese wird ebenfalls in zehnfacher Feinheit - oder wie ihr es leichter verstehet - in zehnfacher (nach eurem gelehrten Ausdruck) "chemischer" Verfeinerung ein Saft hinausgetrieben. Von diesem Safte werden von dem Geiste nach seiner einfachen Intelligenz die nach Meiner Ordnung einem solchen bestimmten Baume zusagenden Blätter oder Nadeln gebildet. Und hat ein solches Blatt oder eine solche Nadel die ordnungsmäßige Vollkommenheit erreicht, dann werden die Kanäle und Organe, die von den Zweiglein in dieselben führen, nach und nach verstopft oder zugemacht, so zwar, daß von tausend dahinführenden Röhrchen nur ein einziges, mittleres offengelassen wird, durch welches das Blatt seine Erhaltungsnahrung bekommt.
Endlich wird aber selbst dieser Kanal geschlossen. Und da dann das Blatt keine Erhaltungsnahrung mehr bekommt, so fällt es verdorrt und tot vom Baume.
An den äußersten Ausläufern der Zweiglein aber befinden sich in dem Durchmesser einer Nähnadel eine Million der allerfeinsten Organe, welche mit einem animalischen Leben versehen sind. Wenn die Säfte dahin gelangen, so geschieht alldort ein förmlicher Kampf oder Krieg, denn da will der Geist in seiner Unlauterkeit aus seiner Gefangenschaft (im Baume) die Freiheit ergreifen und das ganze materielle Wesen des Baumes sozusagen im Stiche lassen. Allein bei einer solchen Unternehmung beengen sich dann diese Organe so, daß sie ihm den Durchgang versperren.
Da er dadurch in seiner einfachen Intelligenz seiner Gefangenschaft gewahr wird, so steht er nach und nach von seinen unfruchtbaren Versuchen ab und nimmt seine Zuflucht zur bescheidenen Demut, wodurch dann sein ganzes Wesen anfängt, sich in Liebe zu verwandeln.
Wie nun dieses geschieht, so werden diese sehr beengten Organe durch seine Liebewärme erweicht und erweitert, und er selbst wird dadurch ätherisch und wirklich lebendig durch seine Liebe.
Wenn diese geschehen ist, dann gedenkt er in seiner erhöhten Intelligenz an das entsprechende Gute der Liebe, setzt sich da liebewirkend an den äußersten Ausläufern dieser Organe als Frucht des Baumes an. Und nachdem er sich nun als solche für eure Augen in kaum merklicher Größe liebewirkend angesetzt hat, da lasse Ich dann aus Meiner Barmliebe durch die Gnadenwärme und das Licht der Sonne ein außerordentlich kleines Fünkchen einhauchen.
Dieses Fünkchen ergreift er dann auf den vielen hundert Ansätzen und Ausläufern begierig und verschließt es sorgsam in ein kleines Hülschen. Wenn nun gleichsam diese naturgeistige Ehe vor sich gegangen ist, dann wird alsobald die Blüte, als das Organ der Zeugung, und endlich auch die Frucht dem Baume entsprechend gemacht und durch die sich immer mehr und mehr ausbreitende Wärme des Fünkchens zur Reife gebracht.
Es geschieht da öfter, daß aus unsorglicher Trägheit des Geistes manche Ausläufer bei solchen Bäumen übersehen werden, alsdann entflieht nach kurzer Zeit dieses Fünkchen wieder zu seinem Ursprunge. Dann schnüren sich die Gefäße des Zweigleins alsogleich zusammen und geben einen solchen Fruchtansatz keine Nahrung mehr. Eine solche Frucht fällt dann bald welk und tot vom Baume.
In der Frucht aber, die da vollkommen geworden ist, wird dieses Lebensfünkchen ein einem feinem Hülschen in der Mitte des Samenkorns wohl und sorglich verwahrt. Und da es ein Lebensfünkchen aus Meiner Barmliebe ist, so enthält es, seinem Ursprunge ähnlich, der Ich Selbst bin, Unendliches seiner Art in sich. Da können von einem solchen Samenkorne auch nur in tausend Jahren schon mehr als ebensoviele Millionen gleicher Bäume entstehen, und so fort bis ins Unendliche. Denn Ich bin ewig und unendlich im Kleinsten wie im Allergrößten und Unendlichen selbst.
Nun sehet, da habt ihr nun einen Baum, oder soviele ihr wollt, in seinem ganzen Bestehen - nun muß Ich euch noch die Entstehung sowie das Ende desselben zeigen.
Die Entstehung eines solchen Baumes ist an und für sich sehr einfach. Nämlich ein solches Samenkörnchen fällt oder wir gelegt in die Erde. Wie es sich nun in der Erde befindet, ruft es einen in die Materie gebannten Geist [Naturgeist] zu und in sich. Dadurch nun bekommt ein solcher Geist die erste Lebensregung und die allereinfachste Intelligenz seines Wesens. Da er im Grunde böse ist, so will er sich alsogleich jenes [aus der Barmliebe Gottes dem Samenkorn eingehauchten] Lebensfünkchens mörderisch bemächtigen, allein dieses Fünkchen entweicht immerwährend seiner Nachstrebung. Daher sucht dann dieser Geist immer ihm ähnliche Teile oder ihm ähnliche Geister in der Erde auf und vergrößert sich und vermehrt sich dadurch sichtlich, wie ihr euch an einem emporgewachsenen Baume überzeugen könnet. Denn diese Emporwachsen des Baumes geschieht eben durch die mörderische Nachstrebung diese entbundenen Geistes - oder wenn ihr wollt - einer ganzen Legion solcher Geister.
Das Lebensfünkchen aber entflieht immer höher und höher aus dem Bereiche solcher bösartigen Nachstrebung. In ihrem Grimme erhärten viele Millionen und Millionen solcher [vom Lebensfünkchen angezogener] Geister wieder zur stummen, toten Materie, was ihr am Holze und der Rinde eines Baumes wohl bemerken könnet. Durch solche, oft viele Jahre hindurch fortgesetze Nachstrebungen werden solche Geister [schließlich] doch wieder gedemütigt und gelangen dann zur entsprechenden nützlichen Freiheit und werden endlich eins mit dem Lebensfünkchen.
Ein solcher Geist, der auf diese Weise sich an den Ansätzen liebend vereinigt hat mit dem Lebensfünkchen, wird nach der Vollreife der Frucht ätherisch frei und in eine, Meiner ewigen Ordnung gemäße höhere, intelligentere Wesenheit geführt, und so fort bis endlich zu euch Menschen selbst.
Sind [nämlich] durch einen solchen Baum, als eine materielle Erlösungs-Anstalt, eine möglichst hinreichend Anzahl der [Natur-] Geister erlöst worden, und haben diese erlösten Geister in ihrer ätherischen Freiheit aus den verschiendenartigen Bäumen und Gewächsen sich liebend vereinigt, so daß sie einen Geist in höherer Intelligenz darstellen, so werden dann solche Geister in die tierische Welt übertragen und daselbst zur zweiten Stufe gebracht.
Vereinen sich wieder alle Geister der tierischen Welt liebend zu einem Geiste, dann ist ein solcher Geist fähig, in die höhere Stufe [aufzusteigen und] als einfacher Geist [und zwar als ,Seele'] in den Menschen gelegt zu werden, von wo aus er nach seiner Reife selbstständig frei wirkend heraustreten kann zur Anschauung seines ewig liebenden Urquelles. - Ein solcher Geist wird nimmer mit der Materie etwas zu schaffen haben. Nur mit den im Menschen wieder böse gewordenen Geistern, wo kein Mittel der Liebe aus wohlverständige Weise etwas fruchtet, wird wieder ein ähnlicher, langwieriger Weg eingeschlagen.
Ein in solcher Weise ausgedienter Baumstock(1) wird dann wieder tot, dorrt ab und verhault oder, was für ihn besser ist, er wird abgehauen und verbrannt.
Nun sehet, das ist das Geheimnis der Gewächse, Sträucher und Bäume von ihrem Entstehen bis zu ihrem Ende!"
"Seht, was Ich eines einzigen, hochmütigen Engels wegen tue!(2) - Ich sage euch, es wäre nie eine Erde, noch eine Sonne, noch irgend etwas anderes Materielles erschaffen worden, wäre dieser Einzige demütig geblieben. Allein aus Liebe füllte Ich, die Ewige Liebe, die Unendlichkeit mit Sonnen und Welten, um auch den kleinsten Teil dieses Gefallenen noch retten zu können.
Daher bedenket auch ihr, was Ich euretwegen alles getan habe, noch tue und tun werde ewig. Amen. Ich, die Ewige Liebe. Amen."

(1) D. h. ein Baumstock, der in geschilderter Weise seine geistigen Lebenselemente in höhere Seinstufen abgegeben hat.
(2) Gemeint ist Luzifer.